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Materialien

Da liegt sie also vor einem! Eine neue Mini! Silbrig glänzend, total vergratet und noch in zig Teile zerlegt! ;)

Als erstes muss die Figur also entgratet werden:

Ich benutze ein sehr spitzes Bastelmesser von Martor. Die Klingen sind austauschbar und durch die spitz zulaufende Form ist es kein Problem auch mal an schlecht zugängliche Bereiche zu kommen.
Ab und zu benutze ich auch sehr feine Feilen aus dem Modellbau-Bereich.
Ein Seitenschneider gehört zu jeder Ausrüstung um VORSICHTIG sehr große Gussgrate zu entfernen oder den Zinn unter den Füßen der Figuren zu entfernen, wenn man sie nicht auf die normale Base setzen will.
Ein Handbohrer ist sehr nützlich um große Figuren zu „Stiften“:
Das heißt, dass zwei Teile nicht nur zusammengeklebt werden, sondern auch durch einen Metallstift verbunden werden.
Man bohrt ein Teil an, steckt einen kleinen „Stift“ in das Loch und presst die Teile so zusammen, wie sie später sitzen sollen. Nun sieht man eine kleine Markierung auf dem 2. Teil, dort wird wieder gebohrt. Setzt man die Teile zusammen (mit Sekundenkleber, Epoxidharz oder Green Stuff) halten sie noch besser.
Außerdem befestige ich Figuren gerne mit einem Stift im Fuß an dem Bohrer um sie besser bemalen zu können (man hat rund herum eine große Bewegungsfreiheit um mit dem Pinsel in alle Bereiche zu kommen).
Zum Stiften nehme ich Stahlklammern aus dem Bastelladen, die ich einfach auseinandergeschnitten habe um ca. 1,5 cm lange Stifte zu erhalten.
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Kleber:

Kleine Teile klebe ich immer mit UHU Sekundenkleber GEL, das läuft nicht unkontrolliert in alle Ecken und hält meiner Erfahrung nach auch sehr gut. Man darf nur nicht zu viel / zu dicke Schichten nehmen.
Richtig schwere Teile wie Drachenflügel stifte ich und als Kleberbenutze ich UHU Epoxid-Harz. Das ist ein 2 Komponentenkleber der zwar stinkt (Fenster auf!!), aber hält wie der Teufel, außerdem kann man mit ihm die Teile erst noch etwas hin und her schieben. Der Kleber zieht in 5 Minuten nach dem Mischen an und ist nach ca. einer Stunde ausgehärtet.

Zum kleben von großen Teilen die nicht verrutschen (zum Beispiel Pferdehälften) nehme ich Green Stuff, das klebt super und man kann die Spalten gleich mit ausbessern, falls die Figur nicht ganz genau zusammenpasst.
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Modellierwerkzeuge:

Weiterhin sind eine Pinzette zum Festhalten von kleinen Teilen und ein paar feine Modellierwerkzeuge zum nachmodellieren oder ausbessern mit Green Stuff nach dem Kleben nützliche Werkzeuge.
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Farben:

Die Wahl der Farben ist immer eine Sache für sich, nicht jeder kommt mit jeder Farbe klar und die Frage ist auch, was man damit machen will.
Ich suchte sehr matte Farben, die nicht teuer und trotzdem hoch pigmentiert sein sollten, um sie auch stark verdünnen zu können! ;)
Durch einen Zufall fand ich bei einem Malworkshop für Keramikfiguren die Duncan Acrylfarben. Sie sind auch ohne Mattmalmittel sehr matt und sind recht dick, das heißt man braucht eine Menge Wasser, aber dafür reichen sie ewig.
Durch die hohe Pigmentierung kann man auch Washes und Lasuren daraus herstellen. Man bekommt sie z.B. im Onlineshop von Keramik Kriese unter: Kaltmalfarben - Hilfsmittel - DUNCAN / Duncan OS Opaque Stains) bekommt, dafür kosten sie aber auch nur ca. 3 € (für 59 ml) oder in Essen in einem Töpferladen - Töpfer Center Essen.
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Farbzusätze:

Ich benutze den Trocknungsverzögerer von Lascaux (aus dem Künstlerbedarf) um meine Farben länger frisch zu halten und um die Farbschichten länger auf der Figur „herumschieben“ zu können, bis die Farbe genau da ist wo ich sie haben will.

Um die Farbe etwas transparenter zu machen und die Fließeigenschaften zu verbessern, nehme ich das Acrylmalmittel Matt von Winsor & Newton. Die Farben lassen sich leichter und glatter auftragen und „wehren“ sich nicht so gegen den Pinsel. Meiner Meinung nach lassen sich grade und/oder dünne Stricher so leichter zeichnen.

Aus diesen beiden Mitteln mische ich mir in einer Pipettenflasche (aus der Apotheke) einen Mix aus:
40 ml destilliertem Wasser
  5 ml Trocknungsverzögerer und
  5 ml Malmittel.
Das Mischungsverhältnis ist vielleicht von Malstil zu Malstil verschieden. Man muss es auch gar nicht benutzen, aber mir hilft es sehr!!

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Pinsel:

Am liebsten benutze ich inzwischen die Pinsel von „DaVinci“. Die Serie „Maestro – Tobolski – Kolinski“ hat es mir angetan.
Meine Pinsel behalten sehr lange eine scharfe Spitze und die Borsten brechen auch nicht zu schnell ab.
Ich achte darauf, dass die Farbe bei den guten Pinseln niemals höher reicht als bis fast zum Stiel, sollte sie mal das Metall erreichen, muss der Pinsel schnell ausgewaschen werden, sonst verkleben die Haare am Ansatz und die Spitze spaltet sich! Bei alten oder billigen Pinseln die ich zum Mischen der Farben nehme ist das egal! :)
Zur Reinigung: Meistens wasche ich sie einfach nur gut aus, aber die Pinsel danken es einem sehr, wenn man ab und zu die Borsten mal mit lauwarmen Wasser (nicht zu heiß, sonst kann sich der Kleber lösen) und etwas Kernseife reinigt. Einfach etwas Seife aufschäumen und dann den Pinsel vorsichtig reinigen.
Einer meiner Lieblingspinsel!
Der DaVinci Maestro!!

Zum Trockenbürsten benötigt ihr einen etwas borstigeren Pinsel, ich benutze einen alten Synthetikpinsel.
Zum Mischen nehmt ihr am besten einen nicht so teuren Pinsel, der etwas dicker ist.
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Weitere nützliche Dinge:

- mit Sand oder Steinen gefüllte Filmdosen könnt ihr gut gebrauchen, wenn ihr die Figuren auf ihren Basen bemalen wollt. Um sie während des Bemalens nicht immer mit den Fingern festhalten zu müssen, was der Farbe schadet, befestigt ihr sie am besten mit doppelseitigem Klebeband (oder auch Teppichverlegeband genannt, das sich ohne Rückstände wieder ablösen lässt und mit Gewebefasern verstärkt ist um noch besser zu haften) auf dem Boden der Filmdose, so habt ihr einen guten "Griff" unterhalb der Figur gebastelt. Mit etwas Fingerspitzengefühl ist die Figur auch einfach wieder von dem Klebeband zu lösen!
- Papiertücher werdet ihr auch brauchen, einmal um die Folgen von umgefallenen Farbtöpfchen oder verschütteter Farbe zu beheben, zum Zweiten um überschüssige Farbe oder zu viel Wasser vom Pinsel zu steifen.
- eine abwaschbare, feste Unterlage ist sehr nützlich. Verschüttete Farbe sorgt nicht gleich für extreme Panik oder Stress falls der gute Mahagonitisch betroffen ist. ;) Außerdem ist der Untergrund vor Beschädigungen beim Basteln und Schneiden geschützt (trotzdem vorsichtig mit den Fingern!!).
- für die Gestaltung der Basen reichen am Anfang Holzleim und Sand aus. Wenn Man schönere Basen gestalten möchte, sollte man sich ein Sammelsorium aus verschieden kleinen Steinen, Gräserarten und Korkplatten anschaffen. Ein Laden für Eisenbahnmodellbau oder auch ein Spaziergang durch den Wald kann da eine gute Quelle für Materialien und Ideen sein. Schaut euch um! Was kann man gebrauchen, was will man nachbauen?
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Ein paar Worte zum Arbeitsplatz:

Ihr braucht nicht viel Platz um loszulegen. Was ich sehr wichtig finde, ist ein dauerhafter Ort und kein Küchentisch, den man immer wieder räumen muss. Zum einen kostet das immer eine Menge Zeit, zum Anderen ist das auch irgendwann nervig.
Viel Licht ist wichtig! Ich male mit einer Tageslicht-Röhre und einer normalen 60 Watt Glühbirne, das gibt eine Menge Licht, dass ich nicht zu Gelb und auch nicht zu kalt finde.
Ein Bürostuhl sorgt für eine bequeme Sitzposition, in ihm kann man sich auch mal bequem zurücklehnen und das Werk aus der Ferne betrachten! Und den Rücken mal etwas zu entlasten.
Alle Werkzeuge sind bei mir in Schubladen oder Kästen in der Nähe untergebracht, so ist alles schnell zur Hand, wenn man mal eine spontane Idee hat. Eine ganz wichtige Sache: stellt Getränke niemals neben das Wasserglas!! Sonst landet der Pinsel zum auswaschen aus versehen mal im Tee/Kaffee! :)
Ihr solltet es euch bequem machen! Ist es warm, hell, habt ihr gute Musik an, drängt keine andere Aufgabe? Dann ist der Weg zur schönen Figur doch schon fast geschafft! ;)
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Aufbewahrung und Transport von Figuren:

Unsere unbemalten Figuren haben wir aus Platzmangel aus ihren Blistern genommen und in beschrifteten "Druckbandbeuteln" (kleine wiederverschließbare Plastikbeutel) im Schrank verstaut. Dort haben wie einige Boxen und Schubladen in denen die Figuren nach Firmen sortiert auf die Farbe warten. So findet man die Figuren schnell wieder und sie nehmen nicht so viel Platz weg wie in ihren Blistern. Außerdem haben ich mal etwas von Zinn-Fraß gehört der alte Figuren befallen hat. Ich hoffe, dass diese Methode meine Minis schützt, da die Beutel recht luftdicht sind.
Bei bemalten Minis wird es schon schwieriger, man kann sie in Kartons transportieren die mit Schaumstoff ausgelegt sind, oder sie am Boden von Glasvitrinen festkleben. So kann man sie gut in Wohnzimmer-Vitrinen ausstellen. Wenn der Deckel gut geschlossen werden kann, dass heißt beim Transport nicht über die Mini rutscht oder der Boden abfällt, kann man die Figuren auch in ihnen transportieren (Tesa oder Krepp-Band hilft hier sehr)! Ich benutze außerdem Würfelboxen von Chessex, diese sind zwar nicht so einfach zu kriegen, aber eine 2,5 cm Figur passt meistens genau hinein und ist so sicher vor Staub und allzu aufdringlichen Händen! ;)
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